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1. Oktober 2026

„Bio2Foam“: Biobasierter Schaumstoff aus Zuckerrohr-Nebenprodukten

IKK | Können landwirtschaftliche Nebenprodukte Erdöl in der Kunststoffproduktion teilweise ersetzen? Im Forschungsprojekt „Bio2Foam“ entwickelt ein interdisziplinäres Team aus deutschen und australischen Forschern einen biobasierten Schaumstoff aus Zuckerrohr-Nebenprodukten.

Anforderungen an Nachhaltigkeit, regulatorische Vorgaben und verantwortungsvolles Unternehmertum inspirieren die Forschung, weiterhin und mit mehr Nachdruck Alternativen zu fossilen Materialien zu entwickeln. Besonders gefragt: Landwirtschaftliche Nebenprodukte, denn sie bergen ein immenses Potenzial für die Herstellung hochwertiger und nachhaltiger biobasierter Materialien.

Biobasierter Schaumstoff aus Zuckerrohr-Nebenprodukten statt aus Erdöl

Im Rahmen des Forschungsprojekts „Bio2Foam“ arbeiten Forschende aus Deutschland und Australien gemeinsam mit Vertretern der Industrie an einem neuen, nachhaltigen Polyurethan-Schaumstoff (PUR) aus Zuckerrohr-Nebenprodukten, der in Automobilen und Outdoorsportartikeln eingesetzt werden soll.

PUR wird bislang aus Erdöl hergestellt. Durch die Forschungsaktivitäten in Queensland und Deutschland könnte dieser Schaumstoff teilweise biobasiert werden (Bio-PUR).

Projektpartner sind die Queensland University of Technology (QUT) und das Institut für Kunststoff- und Kreislauftechnik (IKK) der Leibniz Universität Hannover. Zudem beteiligen sich mehrere Industriepartner am Forschungsprojekt: die Unternehmen Licella, Lextra sowie Grammer und VAUDE.

Know-how aus Deutschland und Australien

Im Forschungsprojekt „Bio2Foam“ bringen alle Partner ihr spezielles Know-how ein. Die Firma Licella wandelt Biomasse in ein biobasiertes Öl (Bio-Öl) um. Die QUT arbeitet aktuell daran, dieses Bio-Öl so zu modifizieren, dass ein funktionelles Öl zur Schaumstoffherstellung entsteht. Die Firma Lextra bringt ihr Know-how im Bereich Bio-PUR ein.

Forschende am IKK arbeiten zusammen mit Grammer und VAUDE daran, die Vorprodukte in gebrauchsfertiges, flexibles Bio-PUR umzuwandeln, um fossile Materialien zu ersetzen. Darüber hinaus ist das IKK verantwortlich für die Nachhaltigkeitsbewertung entlang der Wertschöpfungskette.

Die Zusammenarbeit der Forschenden in verschiedenen Teilen der Erde findet nicht nur in regelmäßigen Online-Meetings statt. Auch ein Projekttreffen in Australien hat bereits stattgefunden. Dort besichtigte eine Delegation der deutschen Partner Zuckerrohrfelder, eine Zuckerraffinerie, die Produktionsanlage von Licella und das Labor der QUT.

Ziel: Nachhaltige Materialien für die Industrie

Ziel des Projekts ist es, nachhaltige Materialien für die Automobil- und Outdoor-Industrie zu entwickeln, um die Produktionssektoren in Queensland und Deutschland zu unterstützen. Insbesondere in der Automobilindustrie verschärfen sich die gesetzlichen Vorgaben zunehmend. Auch das Nachhaltigkeitsbewusstsein der Verbraucher steigt. Nachhaltigkeit wird somit zu einem zentralen Differenzierungsfaktor für Originalausrüstungshersteller (OEMs), Zulieferer und Dienstleister.

Neben der Umstellung auf alternative Antriebstechnologien sind Ressourceneffizienz, Leichtbau und Kreislaufwirtschaft in der Branche von wachsender Bedeutung. Biobasierte Rohstoffe können einen wichtigen Beitrag zu nachhaltigem Wirtschaften leisten: Dank innovativer neuer Ansätze können fossile Materialien ersetzt, Treibhausgas-Emissionen reduziert und die Kreislaufwirtschaft vorangetrieben werden. Dies ermöglicht es, schon im Produktionsprozess auf Nachhaltigkeit zu setzen.

von Can Sönmez

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Auf einen Blick

  • Polyurethan-Schaumstoff (PUR) wird bislang aus Erdöl hergestellt
  • Im Forschungsprojekt „Bio2Foam“ wird eine biobasierte Alternative entwickelt
  • Zuckerrohr-Nebenprodukte sollen Erdöl teilweise ersetzen
  • Schaumstoff-Herstellung wird nachhaltiger
Nahaufnahme von vielen kurzen, braunen Holzstücken und Holzsplittern, die übereinanderliegen.
Zuckerrohr: Wird diese Pflanze in Zukunft nicht nur für Lebensmittel, sondern Nebenprodukte auch für die Automobilindustrie verwendet? (Foto: Sebastian Spierling, IKK)
Nahaufnahme einer hellbraunen, faserigen Oberfläche mit vielen kleinen Pflanzenfasern.
Bagasse nennt man diese Fasern, die nach der Zuckerproduktion übrigbleiben. Im Forschungsprojekt „Bio2Foam“ wird dieses landwirtschaftliche Nebenprodukt zur Herstellung von Bio-Schaumstoff verwendet. (Foto: Sebastian Spierling, IKK)

Kontakt

Can Sönmez, M. Sc.

(0511) 762 13206
soenmez@ikk.uni-hannover.de
https://www.bio2foam.com/

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