Interdisziplinäre Zusammenarbeit ist ein wesentlicher Ansatz in Förderprojekten, um Wissenschaftler*innen für unterschiedlichste Fragestellungen nicht nur in ihrem Fachgebiet zu sensibilisieren. Ein Beispiel dafür ist die Zusammenarbeit des Instituts für Kunststoff- und Kreislauftechnik (IKK) mit dem Ludwig-Franzius-Institut für Wasserbau, Ästuar- und Küsteningenieurwesen (LuFI) der Leibniz Universität Hannover.
Widerstandsfähige Salzwiesen im Wattenmeer: Projekt SALTGARDEN
Das IKK unterstützt das LuFI beim Projekt SALTGARDEN. Ziel dieses Projekts ist es, die Salzwiesen im Wattenmeer durch Biodiversitätssteigerung widerstandsfähiger zu machen. Salzwiesen sind für das Ökosystem „Wattenmeer“ von besonderer Bedeutung. Genau deshalb ist es wichtig, dass sie den zukünftigen Herausforderungen wie steigenden Meeresspiegeln und höherer CO₂-Belastung standhalten.
Eine Pflanze, die in Salzwiesen an vorderster Front wächst, ist der Queller (lat. Salicornia europaea), der vielen bereits als Lebensmittel bekannt ist. Diese Pflanze wird nun von Wissenschaftler*innen des LuFI gründlich geprüft. Dazu gehört auch die Messung ihres hydro- und morphodynamischen Einflusses innerhalb der Salzwiesen: Wie hält sie Wellen und Wasserstandschwankungen aus und wie resistent ist sie gegenüber den damit verbundenen Sediment- und Landschaftsveränderungen?
Biegeversuche mit Queller-Pflanzen am IKK
Im Prüflabor für kunststoffbasierte Materialien am IKK, wo sonst Zugstäbe auf ihre Festigkeit geprüft werden, kam diesmal der Queller zum Einsatz. Die Ergebnisse der 3-Punkt-Biegeversuche zeigen, dass sich die natürliche Heterogenität der Pflanze erfassen lässt. Diese beeinflusst ihre mechanische Widerstandsfähigkeit gegenüber hydrodynamischen Belastungen. Um belastbare Aussagen darüber treffen zu können, ob der Queller auch künftig als Pionierpflanze zum Erhalt der Salzwiesen im Wattenmeer beiträgt, sind jedoch weitere Untersuchungen erforderlich. Die Zusammenarbeit von Alida Reinsch, LuFI, und Felix Schweer, IKK, geht somit weiter.

