Mit ihrer innovativen Technologie zur markierungsfreien Bauteilidentifikation haben die ehemaligen IFW-Mitarbeiter Hendrik Voelker und Dennis Stoppel die Förderung durch das EXIST-Gründungsstipendium eingeworben: Sie nutzen mikroskopische Oberflächenmerkmale von Bauteilen zur Identifikation.
Ziel des Gründungsvorhabens ist es, die Bauteilidentifikation neu zu denken. Anstelle herkömmlicher, aufwendiger Markierungsmethoden wie QR-Codes, Seriennummern oder RFID-Tags setzt TraceID auf eine völlig neue Herangehensweise: Die Identifikation erfolgt markierungsfrei und basiert ausschließlich auf den einzigartigen Oberflächenmerkmalen eines Bauteils, die während der Fertigung entstehen.
Bauteilidentifikation dient der Rückverfolgbarkeit und dem Plagiatsschutz
„Unsere Lösung benötigt keine künstliche Markierung. Die Identifikation erfolgt allein durch die Analyse der einzigartigen Mikrostruktur der Oberfläche“, erklärt Hendrik Voelker. Ein Messfeld von lediglich 0,25 mm² genügt zur Identifikation. Somit ist die Methode für nahezu alle Bauteilformen und -größen geeignet. TraceID will die erste markierungsfreie Lösung anbieten, die eine schnelle und sichere Bauteilidentifikation selbst für kleinste Produkte bietet.
Die eindeutige Identifikation dient einerseits dem Plagiatsschutz und andererseits der Rückverfolgbarkeit von Bauteilen. „Da unsere Technologie bereits ab dem ersten Fertigungsschritt eingesetzt werden kann, ist eine vollständige Dokumentation über sämtliche Produktionsphasen hinweg möglich“, ergänzt Dennis Stoppel.
Marktstart für 2026 geplant: TraceID sucht Partner für Prototypenentwicklung
Die technische Grundlage der TraceID-Methode wurde bereits seit 2005 am Institut für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen (IFW) der Leibniz Universität Hannover erforscht und im Rahmen des AiF-Projekts „Digitaler Fingerabdruck zur markierungsfreien, branchenübergreifenden Bauteilidentifikation in der zerspanenden Prozesskette“ von Projektmitarbeiter Hendrik Voelker maßgeblich weiterentwickelt.
TraceID plant, die neuartige Identifikationsmethode als Softwarelösung ab dem Jahr 2026 am Markt anzubieten. Bereits jetzt sucht das Team aktiv nach Industriepartnern, die daran interessiert sind, die Technologie zu erproben und in ihre Prozesse zu integrieren. Unternehmen, die an innovativen Lösungen zur Bauteilidentifikation interessiert sind, sind herzlich eingeladen, sich für gemeinsame Prototypenentwicklungen und Pilotprojekte mit dem Team in Verbindung zu setzen.
EXIST-Förderung: Unterstützung für wissenschaftliche Ausgründungen
Das EXIST-Gründungsstipendium ist ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) und wird durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) kofinanziert. Das EXIST-Gründungsstipendium unterstützt Studierende, Absolvent*innen sowie Wissenschaftler*innen aus Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen, die ihre Gründungsidee realisieren und in einen Businessplan umsetzen möchten.

